Testmethoden zur Bestimmung von Nahrungsmittelallergien

Immer mehr Menschen leiden unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Leider ist die Diagnose von Allergien meist langwierig und teilweise auch recht unangenehm. Kein Wunder also, dass Betroffene mehr als erfreut wären über alternative Diagnosewege. Doch da ist Vorsicht geboten: Von dubiosen Vertriebsfirmen und Laboratorien angebotene Tests, bei denen ein Tropfen Blut auf spezifische Antikörper untersucht wird, sind nicht wirklich seriös.

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Testmethode von unseriösen Allergietests

Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel für die Erkrankung der Personen verantwortlich sind, werden insgesamt Antikörper von bis zu 100 spezifischen häufig gegessenen Nahrungsmitteln getestet. Durch eine aus dem Testergebnis hervorgehende entsprechende Diät sollen die Symptome gebessert oder geheilt werden können. Blutuntersuchungen auf spezifische Antikörper zeigen keine Krankheit an, sondern spiegeln nur die ganz normale Auseinandersetzung des Immunsystems mit bestimmten Substanzen wider. So ist es etwa ganz natürlich, dass bei jemandem, der viel Milch trinkt, auch viele spezifische IgG-Antikörper (Immunglobulin G) gegen Milch im Blut nachweisbar sind. Eine Allergie auf Milcheiweiß liegt jedoch deshalb noch lange nicht vor.

Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht sind diese Tests mit Vorsicht zu genießen, denn mit dem Testergebnis wird üblicherweise eine Liste der zu meidenden Lebensmitteln verschickt. Oftmals müssen ganze Lebensmittelgruppen wie z.B. Milch- oder Getreideprodukte für eine bestimmte Zeit aus der täglichen Nahrung gestrichen werden. Und gerade bei Kindern besteht durch das Weglassen vieler verschiedener Nahrungsmittel die Gefahr von Mangelernährung und Essstörungen.

zum Seitenanfang Allergien-Arten

  • Lebensmittelallergien Auslöser von Lebensmittelallergien können so genannte Allergene – das sind bestimmte Proteine oder Verbindungen aus Proteinen und Kohlenhydraten – sein, die in unseren Grundnahrungsmitteln enthalten sind und dem Organismus für gewöhnlich nichts anhaben. Trotzdem reagiert der Körper mit einer extremen Reaktion auf sie und entwickelt ungewöhnlich große Mengen von Abwehrstoffen, die so genannten Antikörper. Aber auch eine überstürzt eingenommene Mahlzeit, die die Verdauung kurzzeitig überfordert, sodass mehr ungespaltenes Eiweiß in den Dünndarm gelangt, oder einseitiger übertriebener Verzehr eines energiereichen allergen potenten Lebensmittels können auslösender Faktor sein. Zu den häufigsten Allergieauslösern unter den Lebensmitteln zählen: Milch, Ei, Fisch, Schalen- und Krustentiere, Gewürze, Getreide, Samen, Nüsse, Sojabohnen und Gemüse (v.a. Sellerie). Nicht als Allergene bekannt sind hingegen Zucker und Fett.

  • Kreuzallergien Spielen bei pflanzlichen Lebensmittelallergien eine besondere Rolle. Die allergische Reaktion ist hierbei darauf zurückzuführen, dass bereits eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff z.B. Birkenpollen besteht und diese gleichzeitig auch eine Allergie gegen Haselnüsse oder Steinobst auslöst. Dieses Phänomen, bei dem zwei Allergien ineinander übergehen, nennt man Kreuzallergie.

  • Pseudoallergien Hierbei handelt es sich um Lebensmittel-Unverträglichkeiten, die zwar allergieähnliche Symptome hervorrufen; es werden jedoch keine Antikörper gebildet. Auslöser können im Gegensatz zur echten Nahrungsmittelallergie neben Eiweißverbindungen auch andere Substanzen sein, und es kann auch schon beim allerersten Kontakt zu einer Reaktion kommen. Meist sind jedoch höhere Mengen von diesen Pseudoallergenen nötig, um Beschwerden hervorzurufen.
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Nahrungsmittelintoleranzen

Sie werden auch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten genannt und sind durch Nahrungsmittel oder Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe ausgelöste Unverträglichkeitsreaktionen, an denen das Immunsystem nicht beteiligt ist. Das heißt es werden keine Antikörper gebildet. Solche Nahrungsmittel-Intoleranzen beruhen auf angeborenen oder erworbenen Fehlleistungen in Verdauung, Verwertung oder Stoffwechsel von Nahrungsbestandteilen. Nahrungsmittel-Intoleranzen können angeboren, also vererbt, sein oder im Laufe des Lebens erworben werden.

Biogene Amine

Bekommt jemand an einem gemütlichen Abend mit Rotwein und Käse Durchfall oder Migräne, so muss es sich hier nicht unbedingt um eine Allergie handeln. Bei Menschen, die empfindlich auf biogene Amine aus Lebensmitteln reagieren, bauen körpereigene Enzyme diese in der Darmschleimhaut nicht schnell genug ab, sodass allergieähnliche Symptome entstehen können. Biogene Amine sind vermehrt enthalten in Lebensmitteln, die einem längeren Reifungsprozess unterliegen.

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Diagnose einer Nahrungsmittelallergie

Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung einer Lebensmittelallergie ist eine eindeutige Diagnose durch den Arzt. Das ist jedoch in vielen Fällen einfacher gesagt als getan. Wenn jemand eine Kiwi isst und unmittelbar danach mit einem Hautausschlag reagiert, ist es klar, dass er in Zukunft wohl auf Kiwis verzichten muss. Meistens liegt jedoch ein Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und dem auslösenden Lebensmittel nicht so eindeutig auf der Hand. Die Suche nach dem betreffenden Allergen erfordert im Gegenteil relativ häufig detektivischen Spürsinn, wobei Arzt und Patient zusammenarbeiten müssen. Der Patient kann dem Arzt wertvolle Hilfe leisten, indem er ein Ernährungs- und Symptomtagebuch erstellt.

Als anerkannte Testmethoden stehen derzeit zur Verfügung:

  • Hauttests Hier werden v. a. der Reibe-, Prick-, oder der Intrakutantest angewendet. Je nach Verfahren werden Lebensmittelallergene in natürlicher Form, meist als Extrakt, in die Haut gerieben, gestochen oder gespritzt. Eine positive Reaktion äußert sich dann als Quaddel auf der Haut.
  • Bluttests werden zusätzlich zu Hauttests angewandt. Mit dem so genannten RAST-Test lassen sich spezifische Antikörper (IgE) im Blut nachweisen. Wenn ein Hauttest positiv ist und ein Nachweis von Antikörper im Blut gelingt, bedeutet das aber noch lange nicht, dass der Verzehr des Lebensmittels auch zu den allergischen Symptomen führt. Die Tests weisen lediglich auf eine Sensibilisierung hin! Den sicheren Nachweis für eine Lebensmittelallergie erbringen nur diagnostische Diäten mit anschließender Provokation.

  • Provokationstests Bestehen Unsicherheiten müssen die verdächtigen Lebensmittel im Anschluss an eine allergenfreie bzw. -arme Basisdiät (Reis-Kartoffel) einzeln im Sinne einer Provokation ausgetestet werden. Aufgrund möglicher Schockreaktionen müssen Provokationstests in Anwesenheit eines Arztes durchgeführt werden.