Kosmetik ohne Tierversuche
Wussten Sie, dass für Inhaltsstoffe von kosmetischen Produkten und Shampoos, für Waschmittel, Putzmittel und Farben, sowie für medizinische Cremes und Arzneimittel, zahlreiche Tierversuche durchgeführt werden? Meist sind diese rechtlich vorgeschrieben, oftmals wären sie aber auch vermeidbar!
(Bildquelle: Deutscher Tierschutzbund)
- Was kann ich als Konsument/-in beitragen? / Prüfsiegel
- Sind Tierversuche notwendig?
- Gibt es Alternativen zu Tierversuchen?
- Tierversuche in der Kosmetik - aktuell
- Was ist zet? Was macht zet?
Gibt es Alternativen zu Tierversuchen?
Auf dieser Seite finden Sie eine Reihe von Informationen zum Thema Tierversuche und Alternativmethoden, die Tierversuche nachhaltig ersetzen!
zum SeitenanfangWas kann ich als Konsument/-in beitragen? / Prüfsiegel
Es ist erstaunlich was für eine Fülle von tierversuchsfreien Produkten und tierversuchsfreier Naturkosmetik bereits am Markt angeboten wird. Schauen Sie rein und informieren Sie sich jetzt!
In unserem Einkaufsführer finden Sie Geschäfte, Kosmetikinstitute und online- Versandhäuser, die tierversuchsfreie Produkte und tierversuchsfreie Naturkosmetik anbieten und Sie individuell, Ihren Bedürfnissen entsprechend, beraten.
In vielen Bereichen haben es Konsumenten/-innen selbst in der Hand, ob mit dem Konsumverhalten indirekt Tierversuche gefördert werden.
Die Bezeichnung "tierversuchsfrei" kann irreführend sein, denn sie ist nur dann erlaubt, wenn der Hersteller nachweisen kann, dass alle Inhaltsstoffe noch nie im Tierversuch getestet wurden.
Dies ist aber de facto nicht nachweisbar, da letztendlich alle Stoffe (vermutlich auch ätherische Öle) irgendwann einmal im Tierversuch getestet wurden. Hersteller meinen mit "tierversuchsfrei" daher meist NUR das Endprodukt, welches aber immer die Gesamtheit der Inhaltsstoffe darstellt.
Entscheidend ist, ob Inhaltsstoffe auch jetzt noch, oder bis vor kurzem, z.B. von Zulieferern, in Tierversuchen, getestet wurden.
Dahingehend bieten Gütesiegel mit unterschiedlich strengen Kriterien, die bestmögliche Gewissheit für Sie als Konsument an.
Wenn Sie auf "Nummer Sicher" gehen wollen, achten Sie auf Gütesiegel!
Es gibt aber auch erhebliche Unterschiede bei den Prüfsiegeln! Etwa die unterschiedlichen Stichtage, ab dem garantiert tierversuchsfreie Inhaltsstoffe verwendet werden müssen. Inhaltsstoffe, die vor diesem Stichtag auf den Markt kamen, dürfen hingegen verwendet werden, auch wenn sie im Tierversuch getestet wurden!
Bitte beachten Sie, dass einige Hinweise wie etwa "Good Manufacturing Practice" (GMP), "Good Laboratory Practice" (GLP) oder die Anmerkung "entspricht der EU-Richtlinie 86/609" (Tierversuchsrichtlinie) nichts mit dem Verzicht auf Tierversuche zu tun haben!
Eine Liste der "Prüfsiegel und ihre Bedeutung" (pdf/56 kb) können Sie herunterladen.
Was kann ich im täglichen Leben tun?
- Vernünftiger Umgang mit chemischen Mitteln
Beim Pflanzenschutz sowie beim Reinigen im Haushalt: durch bewussten und sparsamen Umgang mit chemischen Mitteln kann man einen Beitrag für den Tierschutz und Umweltschutz leisten. Greifen Sie hierbei zu Hausmittel wie Zitronensaft, Essig, Brennesseljauche etc.
- Umstieg auf tierversuchsfreie Produkte
Mit Ihrem Verhalten als Konsument/-in haben Sie die Möglichkeit, mit Produkten, die Sie ohnehin benötigen, aktiv Firmen zu fördern, die tierversuchsfreie Produkte herstellen und vertreiben. Die Auswahl ist heutzutage bereits sehr groß – siehe unseren Einkaufsführer und die Links zu namhaften Organisationen, die sich ebenfalls diesem Thema gewidmet haben.
- Vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen
Für vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen können Sie Naturheilmittel und Hausmittel, wie etwa selbst gemachten Hustensaft und Tees verwenden. Beachten Sie aber dabei, dass ein vollständiger Verzicht auf Medikamente nicht empfehlenswert und oft auch nicht möglich ist.
- Bewusstsein schaffen
Geben Sie Informationen über dieses wichtige Thema weiter. So schaffen Sie in Ihrem Umfeld Bewusstsein für das Thema: „Alternativmethoden zu Tierversuchen“. Ein offener Umgang mit diesem Thema bildet die Grundlage für zukünftige Veränderungen.
- Gemeinnützige Organisationen unterstützen Unterstützen Sie gemeinnützige Organisationen und anerkannte Tierschutzvereine, die sich dem Thema Tierversuche widmen.
Wofür werden immer noch Tierversuche gemacht?
(Bildquelle: Deutscher Tierschutzbund)
In nahezu allen Bereichen, in denen Menschen mit potentiell gesundheitsschädlichen chemischen Stoffen (z.B. über Hautkontakt, die Atmung oder die Nahrung) in Berührung kommen, werden Tests auch an Tieren durchgeführt. Diese Tests sind in der Regel standardisierte Verfahren, die man durch Alternativmethoden ersetzen kann, und zum Teil bereits getan hat.
Für Produkte im Haushalt, wie z.B. Reinigungs- und Waschmittel, Lacke, Farben oder Holzschutzmittel, werden Tests durchgeführt. Sie werden wie Chemikalien aller Art auf ihre Giftigkeit geprüft.
Auch die Inhaltsstoffe von Shampoo oder Duschgel werden an Tieren getestet. Selbst für Pflanzenschutzmittel sind Versuchsreihen an Tieren vorgeschrieben. Neben Tests an Insekten und Würmern sind hier Versuche mit Vögeln und Säugetieren, wie z.B. Mäusen oder Hunden, vorgeschrieben.
Im Spektrum der Medizin sind Tierversuche weit verbreitet. Sowohl in der Grundlagenforschung, die als solche nicht auf einen direkten Nutzen für den Menschen ausgerichtet ist, als auch in der angewandten Forschung und der medizinischen Ausbildung werden Tierversuche durchgeführt. Beispielsweise: Inhaltsstoffe von Medikamenten, Verträglichkeit von Implantatmaterialien, Qualitätskontrolle von medizinischen Produkten und Geräten.
Statistiken, Daten, Fakten
Rund 30% der Tierversuche sind gesetzlich vorgeschrieben. Sie umfassen Giftigkeitsprüfungen für neue Chemikalien, Prüfung von Arzneimitteln sowie Chargenprüfungen von Impfstoffen und Seren etc. Dies sind standardisierte Verfahren. Dazu gibt es bereits einige Alternativmethoden, aber noch nicht genug. Ein Grund dafür ist, dass tierversuchsfreie Verfahren umfangreichen Prüfungen unterworfen werden bevor sie Eingang in rechtliche Vorschriften finden. Ein anderer Grund sind die zu geringen Förderungen für Alternativmethoden.
Ca. 60% der Tierversuche sind nicht gesetzlich vorgeschrieben und finden in der Grundlagenforschung sowie in der Produktforschung und Entwicklung statt. Die Forschenden entscheiden welche Methode sie anwenden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Fragestellung zu klären. Hier werden zwar viele Ergebnisse veröffentlicht und zahlreiche Alternativmethoden entwickelt, aber noch immer zu wenig. Die Verbreitung dieses Wissens unter den Wissenschaftler/-innen und den Behörden spielt eine zentrale Rolle, um Tierversuche zu reduzieren und zu ersetzen.
Grafiken
- Versuchstierzahl Österreich, gesamt 2006: 190.365 Tiere (pdf/178 kb)
- Verteilung der verwendeten Tiere in der EU, 2002 (pdf/145 kb)
- Verwendungszweck der Versuchstiere: Statistik Österreich 2006 (pdf/114 kb)
Wer darf in Österreich Tierversuche durchführen?
Prinzipiell ist eine Reihe von Genehmigungen erforderlich, bevor überhaupt ein Versuch gemacht werden darf. Jeder, der/die einen Tierversuch durchführen will, muss neben einem abgeschlossenen naturwissenschaftlichen Studium laut Gesetz auch über entsprechende Spezialkenntnisse verfügen.
Was mit diesen "Spezialkenntnissen" gemeint ist, wird aber nicht näher erläutert. Tierversuche finden vor allem in der Wirtschaft und auf Universitäten statt.
Das Gesetz weist darauf hin, dass alle beteiligten Personen eine wissenschaftliche und ethische Verantwortung tragen. D.h. die Wissenschaftler/-innen selbst müssen die Notwendigkeit und Angemessenheit eines Tierversuches gegen die Belastungen für das Versuchstier abwiegen.
Gibt es Alternativen zu Tierversuchen?
Es gibt alternative Methoden, aber noch nicht genug. Leider dauert es viele Jahre bis eine alternative Methode entwickelt und anerkannt ist.
Es gibt mittlerweile über 10 EU-weit behördlich anerkannte Methoden. Rund weitere 20 Tests werden derzeit von den Behörden in einem Anerkennungsverfahren auf ihre Zulassung überprüft. Eine einzige Alternativmethode kann tausenden von Tieren Leid ersparen, indem sie standardisierte Testverfahren ersetzt.
Es gibt Synergien zwischen Tierschutz, Forschung und Wirtschaft, da alternative Methoden zahlreiche Vorteile bieten. Etwa eine sehr hohe Zuverlässigkeit der Ergebnisse und häufig eine enorme Zeitersparnis bei den Tests. Zudem sind alternative Methoden meist weit günstiger und sparen den Forschungstreibenden und dem Steuerzahler Geld, welches laufend in die Forschung investiert wird.
In vielen Bereichen können Zellkulturen eingesetzt werden. An bebrüteten Hühnereiern werden stark reizende Substanzen getestet, was bislang am Kaninchenauge geschah. Modelle von künstlicher Haut können ebenso erfolgreich eingesetzt werden, wie etwa auch Computersimulationen. In der medizinischen Ausbildung gibt es die Möglichkeit, auf Organe von Schlachttieren zurückzugreifen, um grundlegende Operationstechniken zu erlernen.
Zulassungsbehörden schreiben vor, dass alternative Methoden besser sein müssen als Tierversuche. Alternative Methoden gewährleisten deshalb eine höhere Sicherheit für die Konsumenten/-innen.
Eine EU-Richtlinie von 1986 schreibt vor, dass Versuche an Tieren NUR durchgeführt werden dürfen, wenn KEINE alternativen Methoden zur Verfügung stehen. Deswegen ist die Entwicklung von alternativen Methoden ein wichtiger Schritt im Bereich des Tierschutzes.
Was ist eine Alternativmethode?
Als Alternativmethode bezeichnet man eine wissenschaftliche Methode, die im Sinne der 3R (Refinement, Reduction, Replacement) einen Tierversuch ersetzen oder die Zahl der Versuchstiere reduzieren kann oder das Leiden und die Belastung der Tiere reduziert. Alternativmethoden sind nicht gleichbedeutend mit tierfreien Methoden. Tierfreie Methoden verwenden weder lebende noch tote Tiere oder Teile davon für Untersuchungen.
Trotzdem stellen die Alternativmethoden ethisch einen relevanten Fortschritt dar, weil im Sinne der 3R Tierleid vermieden wird! Es ist z.B. ethisch ein relevanter Unterschied ob zum Testen einer Charge Botox 60-100 Mäuse durch Muskellähmung zugrunde gehen oder ob an einer einzigen Maus (narkotisiert, schmerzfrei getötet) die alternative Testanordnung durchgeführt wird.
Tierversuche in der Kosmetik - aktuell
Cremes, Wimperntusche, Zahnpasta und andere kosmetische Produkte dürfen laut Bundesgesetz von 2004 als Fertigprodukte nicht mehr an Tieren getestet werden. Dies schreibt die 7. Änderung der EU-Kosmetikrichtlinie von 2003 vor. Bereits seit dem Jahr 1999 ist es in Österreich verboten, Fertigprodukte aus dem Bereich der Kosmetika in Tierversuchen zu testen. Aber ...
(Bildquelle: Deutscher Tierschutzbund)
Kosmetische Inhaltsstoffe
Klar getrennt werden muss hier allerdings zwischen kosmetischen Fertigprodukten wie Cremes und deren Inhaltsstoffen, etwa Ölen, die für Fertigprodukte verwendet werden. Immerhin noch bis Anfang 2009 ist es EU-weit erlaubt, kosmetische Inhaltsstoffe in Toxizitätsprüfungen an Versuchstieren zu testen. Und erst vier Jahre später, im Jahr 2013, soll es frühestens verboten sein, Kosmetikprodukte, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU an Tierversuchen getestet wurden, in der EU zu verkaufen.
Dieses Verbot ist aber wiederum daran geknüpft, dass auch entsprechende Alternativmethoden vorhanden sein müssen.
zum SeitenanfangWas ist zet? Was macht zet?
zet ist das Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen und besteht bereits seit 1996 als gemeinnützige Forschungseinrichtung für Alternativmethoden.
zet setzt sich österreichweit sowie im europäischen Umfeld dafür ein, Tierversuche zu reduzieren, Haltungsbedingungen der Tiere in der Forschung zu verbessern und vor allem neue Alternativmethoden zu entwickeln und zu prüfen, um Tierversuche nachhaltig zu ersetzten.
Dazu betreibt zet das Life Science Labor in Linz, welches zur Entwicklung und Prüfung von Alternativmethoden dient.
zet organisiert den größten internationalen Kongress für Fachpublikum zum Thema Alternativen zu Tierversuchen im deutschsprachigen Raum.
zet betreibt Öffentlichkeitsarbeit und veranstaltet Vorträge, Ausstellungen sowie Informations-Kampagnen.
zet erstellt Studien und Recherchen, die der Förderung von Alternativmethoden zu Gute kommen.
Der Forschungseinrichtung zet wurde das österreichische Spendengütesiegel verliehen. Dies garantiert Ihnen, dass Spenden effizient zur Förderung und Erforschung von Alternativmethoden eingesetzt werden.
Für weitere Informationen steht zet Ihnen gerne zu Verfügung

Die Fotos wurden uns vom Deutschen Tierschutzbund zur Veröffentlichung auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.
Infobox
Downloads
Broschüre
Links
- Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen
- kosmethik - Vier Pfoten
- Verein gegen Tierfabriken
- Österreichischer Tierschutzverein
- Deutscher Tierschutzbund

