Sonnenstudios im AK-Test

Viele Konsumentinnen und Konsumenten besuchen jetzt im Frühjahr ein Solarium, um sich für den Sommer vorzubräunen. Die Konsumenteninformation der Arbeiterkammer Oberösterreich hat daher 20 Sonnenstudios in Linz, Wels und Steyr getestet. Das bedenkliche Ergebnis: Alle getesteten Studios lagen beim Bestrahlungswert über der gesundheitlich vertretbaren Dosis von 0,4 MED! Damit sind Hautschäden vorprogrammiert.

Das Testergebnis zum Herunterladen (pdf/14 kb)

Der Test wurde mit Sensorchips (UV-Dosimetrie System VioSpor der Firma Bio Sense) durchgeführt. Pro Test wurden drei Sensoren angebracht, die die Bestrahlungsfelder Gesicht, Rücken und Bauch abdeckten. Als Maßeinheit zur Beurteilung der Auswirkung von Kunstlicht auf die menschliche Haut dient die minimale Erythem Induktionsdosis, kurz MED.

Die Erstbestrahlung einer nicht vorgebräunten Person sollte den Wert von 0,4 MED nicht überschreiten. Pro Sonnenbad sollte auch bei vorgebräunten Personen 1 MED nicht überschritten werden. In allen 20 Testfällen lagen die Werte über 0,4 MED, in acht Sonnenstudios sogar über 1,0 MED.

Absolute Bestrahlungsdosis

Die absolute Bestrahlungsdosis einer Sonnenbank (Geräteleistung) sollte 4,35 MED pro Stunde nicht überschreiten. Dieser Wert entspricht der natürlichen Sonnenstrahlung am Äquator zur Mittagszeit. Unsere Messungen ergaben, dass 65 Prozent der Geräte in den getesteten Sonnenstudios eine stärkere Bestrahlungsstärke aufweisen.

Beratungsgespräch

Das Beratungsgespräch wurde durch unsere Testpersonen protokolliert und nach sieben Kriterien bewertet: Hinweise auf Gefahren der UV-Strahlung, Analyse und Einschätzung des richtigen Hauttyps, Schutzbrille aktiv angeboten, Hinweis auf Abschminken, Hinweis auf Medikamenteneinnahme, Befragung nach Hautkrankheiten und sonnenempfindlicher Haut, Hinweis auf nächst mögliche Besonnung, maximale Häufigkeit der Besonnung.

Nur zwei Studios erfüllten die Anforderungen an eine optimale Beratung (McSun in Steyr und Sun4You in Wels).

Schutzbrillen wurden nur in fünf Studios aktiv angeboten, in drei Studios waren keine vorhanden und in zwei Studios wurde den Testpersonen geraten: „Augen schließen reicht aus“.

Sieben Studios erkannten nicht den gefährdeten Hauttyp 1 einer Testperson. Diese hätte nicht auf die Sonnenbank geschickt werden dürfen.

Zusätzlich wurde von den Testpersonen gefragt, ob auch die Tochter mit elf Jahren zur Bestrahlung gehen könne. In sechs Sonnenstudios wurde dies bejaht. Solarien erhöhen das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Vor allem Kinder unter 16 Jahren sollten auf keinen Fall auf eine Sonnenbank.

Tipps:

  • Personen, die an einer Hauterkrankung leiden, eine große Zahl an Muttermalen haben oder z.B. Medikamente einnehmen, sollten vor dem Besuch des Solariums ärztlichen Rat einholen.

  • Vor dem Besuch eines Solariums sollte kein Make-up, keine Parfums, Körperlotionen oder Körpersprays verwendet werden.

  • Verwenden Sie immer Augenschutz und bestrahlen Sie nicht öfter als zweimal pro Woche! Das Maximum sind 30 Bestrahlungen pro Jahr. Berücksichtigen Sie auch die Sonnenbestrahlung im Urlaub und im Beruf!