AK-Bilanz: 2011 wurden 91 Millionen Euro erkämpft
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Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in Oberösterreich im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr davor leicht gebessert hat, ist die Verunsicherung der Arbeitnehmer/-innen gestiegen. Die Nachfrage nach Beratung und Vertretung durch die AK befindet sich auf hohem Niveau.
Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent zurückgegangen, jene der Schulungsteilnehmer/-innen um 13,1 Prozent. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: Bei den Über-50-Jährigen fällt der Rückgang deutlich geringer aus als im Durchschnitt aller Altersklassen (minus 3,7 Prozent). Die im Jahresverlauf erfreulich erscheinende Entwicklung bei den Lehrstellensuchenden (minus 12,6 Prozent) verbirgt den problematischen Trend der letzten paar Monate, in denen die Zahl der jungen Menschen auf Jobsuche wieder gestiegen ist
Mehr als 350.000 Beratungen
Trotz der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt suchten im vergangenen Jahr 359.211 Menschen Rat und Hilfe bei der AK Oberösterreich. Den Schwerpunkt bildeten 232.821 arbeits- und sozialrechtliche Beratungen, gefolgt von 108.050 Konsumenten- und 15.671 Bildungsberatungen. Damit wurde das hohe Niveau der Vorjahre gehalten.
Leicht rückläufig ist die Zahl der Gerichtsvertretungen – in 17.172 Fällen vertrat die AK ihre Mitglieder in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten, abgeschlossen wurden 10.661 Rechtsfälle. Viele Arbeitnehmer/-innen, denen Geld vorenthalten wurde, agierten zaghafter als in den Jahren zuvor. Sie kamen zwar zur Beratung, verzichteten aber aus Angst um ihren Arbeitsplatz auf die Rechtshilfe der AK.
Dennoch wurden 2011 in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten und in Insolvenzverfahren 91.159.526 Euro an offenen Ansprüchen für Mitglieder der AK Oberösterreich erkämpft. Im Arbeitsrecht ging es dabei vor allem um Beendigungsansprüche und offenes Entgelt, im Sozialrecht insbesondere um Fragen rund um die Pension.
Gegen den Gesetzespfusch: Die AK führt Musterprozesse für ihre Mitglieder
Mit 1.1.2011 gab es Änderungen im Sozialrecht, die so abrupt eingeführt wurden, dass der Vertrauensgrundsatz verletzt wurde. Die AK führt seither Musterprozesse für Menschen, die im Vertrauen auf bestehende Regeln geplant haben und durch das neue Gesetz vor den Kopf gestoßen wurden.
Ausgerechnet Pensionen unter der Ausgleichszulage von damals 747 Euro waren 2008 prozentuell niedriger erhöht worden als die meisten anderen Pensionen. Davon betroffen waren vor allem Frauen. Die AK ging wegen Geschlechterdiskriminierung für 120 von ihnen bis zum Europäischen Gerichtshof und bekam Recht. Auf Intervention der AK hat nun der zuständige Sozialminister Hundstorfer die Regelung für alle 540.000 Betroffenen in ganz Österreich repariert: Sie erhalten aufgrund der Initiative der AK Oberösterreich ab 1. Oktober eine außertourliche Pensionserhöhung um 1,1 Prozent.
Herausforderungen für 2012
Zentrales Thema für die AK wird auch im laufenden Jahr die Verteilungsgerechtigkeit sein. Die Arbeitnehmer/-innen müssen endlich ihren gerechten Anteil am Wohlstandszuwachs erhalten. Dafür sind kräftige Lohnzuwächse und steuerliche Entlastungen nötig. Um die Chancen der auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen – Ältere, junge Menschen, Frauen, Migranten/-innen – zu erhöhen, sind Investitionen in das Aus- und Weiterbildungssystem erforderlich.
Vertrauen in die AK sehr hoch
Die Zufriedenheit der Mitglieder mit der AK liegt seit Jahren auf einem hohen Niveau – ein Beleg für die Kompetenz und Professionalität der AK-Mitarbeiter/-innen. Eine repräsentative IFES-Umfrage im Dezember 2011 ergab, dass 94 Prozent der Befragten die Arbeiterkammer für eine wichtige Interessenvertretung halten. 57 Prozent der Mitglieder hatten bereits Kontakt mit der AK, 95 Prozent von ihnen waren mit dem Kontakt zufrieden.
Auch insgesamt ist das Vertrauen in die Arbeiterkammer von einem ohnehin schon sehr hohen Wert weiter gestiegen: Auf einer Skala von 1 (kein Vertrauen) bis 5 (großes Vertrauen) erhält sie von ihren Mitgliedern den Mittelwert 3,79 und liegt damit an erster Stelle – vor der Gebietskrankenkasse (Mittelwert 3,63), dem AMS (3,26) und der Wirtschaftskammer (3,25).
Nicht nur die AK-Umfrage, sondern auch eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts OGM zeigt das hohe Vertrauen in die AK. Bei dieser Befragung liegen der Rechnungshof und die Arbeiterkammer mit einem Vertrauenssaldo von Plus 50 Punkten gleichauf an der Spitze (der Saldo errechnet sich aus der Differenz der Antwortprozente „habe Vertrauen“ bzw. „habe kein Vertrauen“).
Unterlage zum Download
AK-Leistungsbilanz 2011 und AK-Monitoring (pdf/179 kb)
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Kontakt
AK Oberösterreich
4020, Volksgartenstr. 40
Tel.: 050/6906-0
info@akooe.at
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